Minoxidil und Finasterid vor und nach der Haartransplantation
Eine Haartransplantation verpflanzt Haare, sie stoppt aber nicht den erblichen Haarausfall rund um die behandelte Fläche. Deshalb fragen viele, ob Medikamente sinnvoll sind. Hier steht, wie die zwei bekanntesten wirken und was du vorher ärztlich klären solltest.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Transplantation schützt nur die verpflanzten Haare. Das vorhandene Haar rundherum kann weiter ausfallen, Medikamente können das bremsen.
- Minoxidil wird meist auf die Kopfhaut aufgetragen, Finasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament für Männer. Beide wirken nur, solange man sie anwendet.
- Beide können Nebenwirkungen haben. Ob und wann du sie nimmst, besprichst du mit einer Ärztin oder einem Arzt und mit der Klinik.
Wichtig
Dieser Ratgeber erklärt allgemein. Nimm Medikamente gegen Haarausfall nur nach ärztlicher Beratung, setze keine verordneten Medikamente eigenmächtig ab und frag deine Klinik, was sie rund um den Eingriff empfiehlt.
Warum Medikamente bei einer Transplantation ein Thema sind
Die verpflanzten Haare stammen aus dem Spenderbereich und sind in der Regel nicht vom erblichen Haarausfall betroffen. Das ursprüngliche Haar an Stirn und Oberkopf ist es aber weiterhin. Es kann in den Jahren nach der Operation weiter ausdünnen.
Dann entsteht im schlimmsten Fall eine Lücke zwischen dem verpflanzten Haaransatz und dem lichter werdenden Oberkopf. Medikamente können helfen, das vorhandene Haar länger zu erhalten. Deshalb sprechen viele Kliniken das Thema vor der Planung an.
Minoxidil
Minoxidil wird meist als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen. In Deutschland ist es als Mittel gegen erblichen Haarausfall rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, in Stärken für Männer und für Frauen.
Es verlängert die Wachstumsphase der Haare und kann so den Haarausfall bremsen und das Haar teils kräftiger machen. Die Wirkung zeigt sich meist erst nach einigen Monaten, und sie hält nur an, solange du es anwendest. Hörst du auf, fallen die Haare, die es erhalten hat, mit der Zeit wieder aus.
Bekannte Nebenwirkungen sind unter anderem Juckreiz oder Reizung der Kopfhaut und anfangs ein verstärkter Haarausfall. Selten kann es zu Herzklopfen oder Schwindel kommen. Lies die Packungsbeilage und frag in der Apotheke oder ärztlich nach, ob es für dich passt.
Ob für dich zuerst Medikamente oder gleich eine Transplantation Sinn ergibt, kannst du in den Angeboten mit Kliniken klären.
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Ohne Auswahl startenFinasterid
Finasterid ist eine Tablette, die in Deutschland verschreibungspflichtig ist. Es hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT), das Hormon, das beim erblichen Haarausfall die Haarwurzeln schrumpfen lässt. Zugelassen ist es gegen Haarausfall nur für Männer.
Auch Finasterid wirkt nur, solange man es nimmt. Die Wirkung zeigt sich meist nach einigen Monaten.
Bekannt sind mögliche Nebenwirkungen auf Sexualität, etwa weniger Lust oder Erektionsprobleme, sowie Stimmungsveränderungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Behörden weisen auf diese psychischen Nebenwirkungen ausdrücklich hin. Bei Stimmungsveränderungen solltest du sofort ärztlichen Rat suchen.
Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten, dürfen Finasterid nicht einnehmen und keine zerbrochenen oder zerkleinerten Tabletten berühren.
Vor und nach dem Eingriff
Wie Kliniken mit Medikamenten rund um die Operation umgehen, ist unterschiedlich. Häufig ist es so:
- Vorher: Viele Kliniken fragen, ob du Medikamente gegen Haarausfall nimmst, und berücksichtigen das bei der Planung.
- Minoxidil: Manche Kliniken raten, es kurz vor und nach dem Eingriff zu pausieren, weil die Kopfhaut empfindlich ist. Wann du wieder anfängst, sagt dir die Klinik.
- Finasterid: Wer es bereits nimmt, nimmt es oft weiter. Ob du es beginnst, pausierst oder weiternimmst, entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Andere Medikamente: Gib alle Medikamente an, besonders blutverdünnende. Die Klinik sagt dir, was du vorher absetzen oder anpassen musst.
Was du mit deinem Arzt und der Klinik klären solltest
- Ist mein Haarausfall erblich, oder gibt es eine andere Ursache?
- Würde ein Medikament bei mir das vorhandene Haar erhalten?
- Welche Nebenwirkungen sind für mich relevant, auch bei Vorerkrankungen?
- Soll ich ein Medikament vor dem Eingriff beginnen, pausieren oder weiternehmen?
- Plant die Klinik so, dass das Ergebnis auch bei fortschreitendem Haarausfall gut aussieht?






