Minoxidil und Finasterid vor und nach der Haartransplantation

Eine Haartransplantation verpflanzt Haare, sie stoppt aber nicht den erblichen Haarausfall rund um die behandelte Fläche. Deshalb fragen viele, ob Medikamente sinnvoll sind. Hier steht, wie die zwei bekanntesten wirken und was du vorher ärztlich klären solltest.

Vom , Redaktion und KlinikprüfungVeröffentlicht am 4 Min. Lesezeit
Braunglasflasche ohne Etikett, Keramikschälchen und Handtuch auf einem Steinregal im Bad

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Transplantation schützt nur die verpflanzten Haare. Das vorhandene Haar rundherum kann weiter ausfallen, Medikamente können das bremsen.
  • Minoxidil wird meist auf die Kopfhaut aufgetragen, Finasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament für Männer. Beide wirken nur, solange man sie anwendet.
  • Beide können Nebenwirkungen haben. Ob und wann du sie nimmst, besprichst du mit einer Ärztin oder einem Arzt und mit der Klinik.

Wichtig

Dieser Ratgeber erklärt allgemein. Nimm Medikamente gegen Haarausfall nur nach ärztlicher Beratung, setze keine verordneten Medikamente eigenmächtig ab und frag deine Klinik, was sie rund um den Eingriff empfiehlt.

Warum Medikamente bei einer Transplantation ein Thema sind

Die verpflanzten Haare stammen aus dem Spenderbereich und sind in der Regel nicht vom erblichen Haarausfall betroffen. Das ursprüngliche Haar an Stirn und Oberkopf ist es aber weiterhin. Es kann in den Jahren nach der Operation weiter ausdünnen.

Dann entsteht im schlimmsten Fall eine Lücke zwischen dem verpflanzten Haaransatz und dem lichter werdenden Oberkopf. Medikamente können helfen, das vorhandene Haar länger zu erhalten. Deshalb sprechen viele Kliniken das Thema vor der Planung an.

Minoxidil

Minoxidil wird meist als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen. In Deutschland ist es als Mittel gegen erblichen Haarausfall rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, in Stärken für Männer und für Frauen.

Es verlängert die Wachstumsphase der Haare und kann so den Haarausfall bremsen und das Haar teils kräftiger machen. Die Wirkung zeigt sich meist erst nach einigen Monaten, und sie hält nur an, solange du es anwendest. Hörst du auf, fallen die Haare, die es erhalten hat, mit der Zeit wieder aus.

Bekannte Nebenwirkungen sind unter anderem Juckreiz oder Reizung der Kopfhaut und anfangs ein verstärkter Haarausfall. Selten kann es zu Herzklopfen oder Schwindel kommen. Lies die Packungsbeilage und frag in der Apotheke oder ärztlich nach, ob es für dich passt.

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Ob für dich zuerst Medikamente oder gleich eine Transplantation Sinn ergibt, kannst du in den Angeboten mit Kliniken klären.

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Finasterid

Finasterid ist eine Tablette, die in Deutschland verschreibungspflichtig ist. Es hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT), das Hormon, das beim erblichen Haarausfall die Haarwurzeln schrumpfen lässt. Zugelassen ist es gegen Haarausfall nur für Männer.

Auch Finasterid wirkt nur, solange man es nimmt. Die Wirkung zeigt sich meist nach einigen Monaten.

Bekannt sind mögliche Nebenwirkungen auf Sexualität, etwa weniger Lust oder Erektionsprobleme, sowie Stimmungsveränderungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Behörden weisen auf diese psychischen Nebenwirkungen ausdrücklich hin. Bei Stimmungsveränderungen solltest du sofort ärztlichen Rat suchen.

Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten, dürfen Finasterid nicht einnehmen und keine zerbrochenen oder zerkleinerten Tabletten berühren.

Vor und nach dem Eingriff

Wie Kliniken mit Medikamenten rund um die Operation umgehen, ist unterschiedlich. Häufig ist es so:

  • Vorher: Viele Kliniken fragen, ob du Medikamente gegen Haarausfall nimmst, und berücksichtigen das bei der Planung.
  • Minoxidil: Manche Kliniken raten, es kurz vor und nach dem Eingriff zu pausieren, weil die Kopfhaut empfindlich ist. Wann du wieder anfängst, sagt dir die Klinik.
  • Finasterid: Wer es bereits nimmt, nimmt es oft weiter. Ob du es beginnst, pausierst oder weiternimmst, entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • Andere Medikamente: Gib alle Medikamente an, besonders blutverdünnende. Die Klinik sagt dir, was du vorher absetzen oder anpassen musst.

Was du mit deinem Arzt und der Klinik klären solltest

  • Ist mein Haarausfall erblich, oder gibt es eine andere Ursache?
  • Würde ein Medikament bei mir das vorhandene Haar erhalten?
  • Welche Nebenwirkungen sind für mich relevant, auch bei Vorerkrankungen?
  • Soll ich ein Medikament vor dem Eingriff beginnen, pausieren oder weiternehmen?
  • Plant die Klinik so, dass das Ergebnis auch bei fortschreitendem Haarausfall gut aussieht?

Dieser Ratgeber erklärt allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob und wie eine Behandlung für dich passt, klärst du mit einer Ärztin, einem Arzt oder der Klinik.

Geschrieben vonTrichio-Team, Redaktion und Klinikprüfung

Fragen zu diesem Ratgeber oder etwas, das fehlt? Schreib uns: support@trichio.com

Häufige Fragen

Brauche ich nach einer Haartransplantation Medikamente?

Nicht zwingend. Die verpflanzten Haare sind in der Regel nicht vom erblichen Haarausfall betroffen. Das vorhandene Haar rundherum kann aber weiter ausfallen. Ob ein Medikament für dich sinnvoll ist, klärst du ärztlich.

Muss ich Minoxidil vor der Operation absetzen?

Manche Kliniken raten, es kurz vor und nach dem Eingriff zu pausieren, weil die Kopfhaut empfindlich ist. Frag deine Klinik, was sie empfiehlt.

Was passiert, wenn ich Minoxidil oder Finasterid absetze?

Beide wirken nur, solange man sie anwendet. Nach dem Absetzen fallen die Haare, die sie erhalten haben, mit der Zeit wieder aus. Die verpflanzten Haare sind davon in der Regel nicht betroffen.

Dürfen Frauen Finasterid nehmen?

Gegen Haarausfall ist Finasterid nur für Männer zugelassen. Frauen, die schwanger sind oder werden könnten, dürfen es nicht einnehmen und keine zerbrochenen Tabletten berühren. Für Frauen gibt es Minoxidil in eigener Stärke.

Welche Nebenwirkungen hat Finasterid?

Bekannt sind unter anderem Nebenwirkungen auf die Sexualität und Stimmungsveränderungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Bei Stimmungsveränderungen sofort ärztlichen Rat suchen. Lass dich vor der Einnahme beraten.

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