Die Norwood-Skala: Versteh deinen Haarausfall
Die Norwood-Skala, auch Hamilton-Norwood-Skala, ist die gängigste Einteilung für erblich bedingten Haarausfall bei Männern. Sie beschreibt sieben Stufen, von leichten Geheimratsecken bis zum schmalen Haarkranz. Hier siehst du, welche Stufe am ehesten zu dir passt und welche Graft-Spannen dafür üblich sind.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Norwood-Skala teilt erblich bedingten Haarausfall bei Männern in sieben Stufen ein, von leichten Geheimratsecken bis zum schmalen Haarkranz.
- Die Stufe zeigt die betroffene Fläche. Wie viele Grafts möglich sind, hängt vor allem vom Spenderbereich am Hinterkopf ab.
- Plötzlicher, fleckiger oder schmerzhafter Haarausfall passt nicht in die Skala. Dann gehört er ärztlich abgeklärt.
Die sieben Stufen und typische Graft-Spannen
Stufe 1: Kein sichtbarer Rückgang
Ein Haaransatz ohne sichtbaren Rückgang. Eine Haartransplantation ist in dieser Stufe meist kein Thema.
In der Regel keine Transplantation

Stufe 2: Beginnende Geheimratsecken
Leichter, dreieckiger Rückgang an den Schläfen. Der Haaransatz wandert etwas nach hinten. In dieser Stufe klären viele zuerst mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob eine Behandlung mit Medikamenten in Frage kommt.
ca. 800 – 1.500 Grafts, wenn transplantiert wird

Stufe 3: Sichtbare Geheimratsecken
Der Haarausfall ist deutlich sichtbar, die Geheimratsecken sind tief. Bei manchen lichtet sich jetzt auch der Oberkopf (Tonsur, Stufe 3 Vertex).
ca. 1.500 – 2.500 Grafts

Stufe 4: Voranschreitender Verlust
Die Geheimratsecken sind stark ausgeprägt und der Haarverlust am Hinterkopf (Tonsur) ist deutlich sichtbar. Zwischen Front und Hinterkopf steht nur noch eine moderate Haarbrücke.
ca. 2.500 – 3.500 Grafts

Stufe 5: Die Brücke schwindet
Die kahlen Stellen an der Stirn und am Hinterkopf vergrößern sich massiv. Die trennende Haarbrücke in der Mitte wird immer dünner.
ca. 3.500 – 4.500 Grafts

Stufe 6: Große Kahlstellen vereinen sich
Die Haarbrücke über dem Kopf ist komplett verschwunden. Es existiert nur noch eine große, zusammenhängende kahle Fläche von der Stirn bis zum Hinterkopf.
ca. 4.500 – 5.500 Grafts, je nach Spenderbereich auch in zwei Sitzungen

Stufe 7: Der Haarkranz
Die stärkste Form des Haarausfalls. Es verbleibt nur noch ein schmaler, hufeisenförmiger Haarkranz an den Seiten und am Hinterkopf.
Eine Transplantation ist hier oft nur teilweise möglich, weil der Spenderbereich für die große Fläche nicht reicht. Ob und wie viel geht, klärt eine Untersuchung.
So schätzt du deine Stufe selbst ein
Mit zwei Fotos und etwas Licht kommst du schon recht nah heran:
- Fotografiere deinen Haaransatz bei Tageslicht von vorne, die Haare aus der Stirn gestrichen.
- Lass dir den Oberkopf von oben fotografieren, am besten von einer zweiten Person.
- Vergleiche beide Fotos mit den Zeichnungen oben. Achte auf die Schläfen und darauf, ob sich die Tonsur lichtet.
- Liegst du zwischen zwei Stufen, nimm die höhere. Die genaue Einordnung macht ohnehin die Klinik.
Welche Stufe du hast, sehen Kliniken auf deinen Fotos. Du fängst einfach mit dem Bereich an.
Welcher Bereich stört dich am meisten?
Ein Tipp genügt, dann geht es mit deinen Fotos weiter.
Dein Name bleibt bei dir, bis du eine Klinik wählst.
Ohne Auswahl startenWoher erblich bedingter Haarausfall kommt
Die häufigste Form bei Männern ist die androgenetische Alopezie. Dabei reagieren die Haarwurzeln an Stirn und Oberkopf empfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Sie werden über Jahre kleiner und bilden immer feinere Haare, bis sie ganz aufhören.
Die Haare am Hinterkopf und an den Seiten sind davon meist nicht betroffen. Deshalb eignen sie sich als Spenderhaar: Verpflanzt behalten sie in der Regel diese Eigenschaft.
Nicht jeder Haarausfall ist erblich. Auch Stress, Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, manche Medikamente oder Entzündungen der Kopfhaut können Haare ausfallen lassen. Dann hilft eine Transplantation nicht, sondern die Behandlung der Ursache.
Warum die Stufe nicht alles ist: der Spenderbereich
Deine Norwood-Stufe zeigt, wie groß die lichte Fläche ist. Ob eine Haartransplantation möglich ist und natürlich aussieht, hängt aber stark von einem anderen Faktor ab: deinem Spenderbereich.
Die Grafts werden aus dem Haarkranz am Hinterkopf entnommen. Ist dieser Bereich dicht, lassen sich mehr Grafts entnehmen. Ist er dünn, ist die Zahl begrenzt, damit am Hinterkopf keine sichtbar lichten Stellen entstehen. Wie viele es bei dir sind, zeigt nur eine Untersuchung.
Was in welcher Stufe infrage kommt
- Stufe 1 bis 2: Meist ist noch keine Transplantation nötig. Viele beobachten erst, wie sich der Haarausfall entwickelt, und besprechen mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob Medikamente infrage kommen.
- Stufe 3 bis 4: Hier ist eine Transplantation häufig ein Thema, vor allem für den Haaransatz und die Schläfen.
- Stufe 5 bis 6: Die Fläche ist groß. Ob sie sich schließen lässt, hängt vom Spenderbereich ab, manchmal sind zwei Sitzungen nötig.
- Stufe 7: Oft lässt sich nur ein Teil der Fläche abdecken. Eine ehrliche Klinik sagt dir, was realistisch ist.
Haarausfall schreitet oft weiter fort. Eine gute Planung berücksichtigt deshalb auch, wie es in einigen Jahren aussehen kann.
Und bei Frauen?
Die Norwood-Skala beschreibt das typische Muster bei Männern. Bei Frauen lichtet sich das Haar meist anders: Der Haaransatz bleibt oft erhalten, dafür wird der Scheitel breiter. Dafür gibt es eine eigene Einteilung, die Ludwig-Skala mit drei Stufen.
Ob eine Transplantation bei Frauen sinnvoll ist, hängt stark von der Ursache und vom Spenderbereich ab. Das sollte vorher ärztlich abgeklärt werden.
Wann du zum Arzt gehen solltest
Lass deinen Haarausfall von einer Hautärztin oder einem Hautarzt abklären, wenn:
- die Haare plötzlich und in kurzer Zeit stark ausfallen,
- runde, kahle Stellen entstehen,
- die Kopfhaut juckt, schuppt, schmerzt oder gerötet ist,
- der Haarausfall nicht dem typischen Muster der Skala folgt.
Von der Stufe zur Kostenschätzung
Unsicher, ob du Stufe 3 oder 4 bist, und was das ungefähr kostet? Lade vier Fotos hoch. Bis zu drei Partnerkliniken schätzen Spenderbereich, Graft-Zahl und Kosten vorläufig ein. Die genaue Planung und den endgültigen Preis legt erst die Untersuchung vor Ort fest.






